Neue Definitionen der Nationalen Stillkommission
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Stillen klar definiert: Neue Definitionen der Nationalen Stillkommission

Stillen & Muttermilch
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Was ist unter „ausschließlich gestillt“ zu verstehen? Wann gilt ein Kind als teilgestillt? Und welche Rolle spielt abgepumpte Muttermilch? Die Nationale Stillkommission hat 2026 die in Deutschland verwendeten Definitionen zum Stillen und zur Ernährung mit Mutter- und Frauenmilch aktualisiert. Wir geben einen kompakten Überblick.

Im Beratungsalltag werden verschiedene Begriffe verwendet, um die Ernährung eines Säuglings zu beschreiben. Damit diese einheitlich verstanden und beispielsweise auch wissenschaftliche Daten besser miteinander verglichen werden können, hat die Nationale Stillkommission (NSK) ihre Definitionen 2026 aktualisiert.

Dabei orientiert sie sich unter anderem an internationalen Definitionen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und überträgt diese auf den deutschen Kontext.

 

Die wichtigsten Begriffe im Überblick

Ausschließliches Stillen
Ein Kind gilt als ausschließlich gestillt, wenn es nur Mutter- oder Frauenmilch erhält. Medikamente sowie Vitamin- und Mineralstoffsupplemente sind davon ausgenommen. Entscheidend ist dabei die Ernährung mit Mutter- beziehungsweise Frauenmilch – unabhängig davon, ob das Kind direkt an der Brust trinkt oder die Milch auf andere Weise erhält.
Ausschließliche Muttermilchernährung
Dieser Begriff beschreibt die Ernährung ausschließlich mit der Milch der eigenen Mutter. Auch hier kann die Milch entweder direkt an der Brust oder nach dem Abpumpen gegeben werden.
Frauenmilchernährung
Als Frauenmilch wird Milch bezeichnet, die nicht von der eigenen Mutter des Kindes stammt. 
Überwiegendes Stillen
Mutter- oder Frauenmilch bildet hierbei die hauptsächliche Nahrungsquelle. Zusätzlich können gelegentlich bestimmte Flüssigkeiten wie Wasser oder Tee gegeben werden. Beikost oder Muttermilchersatznahrung gehören nach dieser Definition nicht dazu.
Volles Stillen
„Volles Stillen“ dient als übergeordneter wissenschaftlicher Begriff und umfasst sowohl ausschließlich als auch überwiegend gestillte Kinder.
Teilstillen
Beim Teilstillen erhält das Kind Mutter- oder Frauenmilch und zusätzlich Muttermilchersatznahrung und/oder Beikost.

 

Was bedeutet die Aktualisierung für die Praxis?

Die neuen Definitionen sollen vor allem eine einheitliche Sprache schaffen. Das ist sowohl für die wissenschaftliche Erfassung des Stillverhaltens als auch für die Kommunikation zwischen Fachkräften und die Stillberatung relevant.

Eine wichtige Klarstellung betrifft dabei die Art der Milchgabe: Ob Mutter- oder Frauenmilch unmittelbar an der Brust oder beispielsweise nach dem Abpumpen gegeben wird, ist für mehrere der Definitionen nicht ausschlaggebend.

Für Fachkräfte bieten die aktualisierten Begriffe damit eine gemeinsame Grundlage, um die Ernährung eines Kindes möglichst eindeutig zu beschreiben.

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